IGNITION – Anti-IgLON5-Erkrankung: Von Neuroinflammation zu Neurodegeneration

Die Anti-IgLON5-Erkrankung ist eine erst kürzlich beschriebene neurologische Enzephalopathie, die Merkmale autoimmuner und neurodegenerativer Prozesse vereint. Klinisch ist sie durch schwere Schlaf- und Bewegungsstörungen gekennzeichnet, kann lebensbedrohlich verlaufen und zeigt häufig ein unzureichendes Ansprechen auf bestehende immuntherapeutische Ansätze. Ein zentrales Krankheitsmerkmal ist das Vorhandensein von Antikörpern gegen das neuronale Adhäsionsprotein IgLON5, das überwiegend an der neuronalen Zellmembran exprimiert wird. Neuropathologische Untersuchungen haben darüber hinaus eine atypische Tauopathie im Hirnstamm nachgewiesen, wodurch ein direkter Zusammenhang zwischen Autoimmunität, Neuroinflammation und Neurodegeneration hergestellt wird.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) geförderte Projekt IGNITION das Ziel, ein innovatives und interdisziplinäres Doktorandenausbildungsprogramm an der Schnittstelle von Neuroinflammation und Neurodegeneration zu etablieren. Das Projekt wird von der Fundació de Recerca Clínic Barcelona – Institut d’Investigacions Biomèdiques August Pi i Sunyer koordiniert und läuft von November 2025 bis Oktober 2029.

Im Zentrum von IGNITION steht die Ausbildung von 13 Doktorandinnen und Doktoranden, die sich in vier komplementären Forschungsbereichen mit der Anti-IgLON5-Erkrankung befassen: der Verbesserung klinischer Diagnostik- und Versorgungsstrategien, der Untersuchung entzündlicher Mechanismen bei neurodegenerativen Prozessen, der Entwicklung präklinischer Tiermodelle für therapeutische Ansätze sowie der funktionellen Charakterisierung von IgLON5 unter physiologischen und pathologischen Bedingungen. Die Forschungsarbeiten nutzen modernste molekulare, zelluläre und in-vivo-Methoden und werden durch die enge Zusammenarbeit mit führenden Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen ergänzt.

Durch die Kombination exzellenter Forschung und strukturierter Nachwuchsförderung trägt IGNITION wesentlich zum Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen der Anti-IgLON5-Erkrankung bei. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur zu verbesserten Diagnose- und Prognoseinstrumenten führen, sondern auch Impulse für die Erforschung anderer neurodegenerativer Erkrankungen, einschließlich Tauopathien wie Alzheimer- und Parkinson-Erkrankung, liefern. Damit leistet IGNITION einen nachhaltigen Beitrag zur wissenschaftlichen Innovation, zur Stärkung des europäischen Forschungsraums und zur Verbesserung der Patientenversorgung.

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IGNITION – Neurodegeneration – Autoimmunity

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In der Evangelischen Akademie Frankfurt und im Hybridformat werden wir aktuelle Erkenntnisse zu autoimmunen Enzephalitiden, paraneoplastischen Syndromen, MOG-Antikörper-assoziierten Erkrankungen (MOGAD), Neuromyelitis optica Spektrumserkrankungen (NMOSD) und myasthenen Syndromen vermitteln.

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Literatur

Translational imaging of TSPO reveals pronounced innate inflammation in human and murine CD8 T cell-mediated limbic encephalitis.

Gallus M, Roll W, Dik A, Barca C, Zinnhardt B, Hicking G, Mueller C, Naik VN, Anstötz M, Krämer J, Rolfes L, Wachsmuth L, Pitsch J, van Loo KMJ, Räuber S, Okada H, Wimberley C, Strippel C, Golombeck KS, Johnen A, Kovac S, Groß CC, Backhaus P, Seifert R, Lewerenz J, Surges R, Elger CE, Wiendl H, Ruck T, Becker AJ, Faber C, Jacobs AH, Bauer J, Meuth SG, Schäfers M, Melzer N. Translational imaging of TSPO reveals pronounced innate inflammation in human and murine CD8 T cell-mediated limbic encephalitis. Sci Adv. 2023 Jun 9;9(23):eabq7595. doi: 10.1126/sciadv. abq7595. Epub 2023 Jun 9. PMID: 37294768; PMCID: PMC10256169.

Crebrospinal fluid proteomics indicates immune dysregulation and neuronal dysfunction in antibody associated autoimmune encephalitis.

Räuber S, Schroeter CB, Strippel C, Nelke C, Ruland T, Dik A, Golombeck KS, Regner-Nelke L, Paunovic M, Esser D, Münch C, Rosenow F, van Duijn M, Henes A, Ruck T, Amit I, Leypoldt F, Titulaer MJ, Wiendl H, Meuth SG, Meyer Zu Hörste G, Melzer N. Cerebrospinal fluid proteomics indicates immune dysregulation and neuronal dysfunction in antibody associated autoimmune encephalitis. J Autoimmun. 2023 Feb;135:102985. doi: 10.1016/j.jaut.2022.102985. Epub 2023 Jan 6. PMID: 36621173.

Cross-reactivity of a pathogenic autoantibody to a tumor antigen in GABAA receptor encephalitis

Brändle SM, Cerina M, Weber S et al. PNAS March 2, 2021 118 (9) e1916337118.

Dieses Paper wurde vom Research4Rare Verbund zum Paper of the Month gewählt und erscheint im April dieses Jahres im BMBF Newsletter!

A Therapeutic Non-self-reactive
SARS-CoV-2 Antibody
Protects from Lung Pathology
in a COVID-19 Hamster Model

Kreye J, Momsen Reincke S, Kornau HC et al.
Cell. 2020 Nov 12;183(4):1058-1069.e19.

CD8+ T-Lymphocyte–Driven Limbic
Encephalitis Results in Temporal Lobe
Epilepsy

Pitsch J, van Loo KMJ, Gallus M et al.
Ann Neurol. 2021; 00:1-20.

Low CSF CD4/CD8+ T-cell proportions are associated with blood-CSF barrier dysfunction in limbic encephalitis.

Hansen N, Schwing K, Önder D, et al. Epilepsy Behav. 2020;102:106682.



Selbsthilfegruppe Autoimmunenzephalitis: