IgG4-TREAT Systematic study of IgG4-autoimmune diseases to develop new treatment strategies

IgG4-autoimmune Erkrankungen (IgG4-AID) sind seltene, jedoch insgesamt bedeutende und oft schwerwiegende Krankheiten, die verschiedene Organsysteme betreffen können, darunter Haut, Gehirn, Nerven und Nieren. Viele Betroffene sprechen nicht ausreichend auf derzeit verfügbare Therapien an, was den Bedarf an neuen Behandlungsansätzen unterstreicht.

Obwohl IgG4-AID unterschiedliche klinische Erscheinungsformen aufweisen, teilen sie zentrale immunologische Eigenschaften. Diese Gemeinsamkeiten deuten auf eine vergleichbare Krankheitsentstehung hin und ermöglichen einen übergreifenden Forschungsansatz zur Identifikation neuer therapeutischer Zielstrukturen und zur Entwicklung innovativer Behandlungskonzepte.

Es wird angenommen, dass genetische Risikofaktoren in Kombination mit einer fehlregulierten Immunantwort dazu führen, dass der Körper Antikörper gegen eigene Strukturen bildet. Diese Antikörper gehören zur Subklasse IgG4, die unter normalen Bedingungen als harmlos gilt, in diesem Zusammenhang jedoch krankheitsverursachend wirken kann, indem sie physiologische Prozesse stört.

Das Konsortium ist das erste, das IgG4-AID systematisch und vergleichend untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • krankheitsverursachende IgG4-Antikörper
  • die beteiligten Immunzellen und molekularen Mechanismen
  • die Prozesse der Autoantikörper-Produktion

Zur Anwendung kommen explorative Multi-Omics-Ansätze, kombiniert mit modernsten Methoden der Zell- und Molekularbiologie.

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Etablierung eines neuen humanisierten Mausmodells für IgG4-AID. Dieses Modell soll ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen ermöglichen und die Grundlage für die Entwicklung und Erprobung neuer Therapien schaffen.

Darüber hinaus wird eine innovative, auf Immunapherese basierende Therapie entwickelt, die als schnell wirksame Behandlungsoption zur unmittelbaren Linderung für Patientinnen und Patienten mit IgG4-AID dienen soll.

Das Projekt umfasst ein umfassendes Ausbildungsprogramm, das universitäre Lehre mit multidisziplinärer Forschung verbindet. Ergänzt wird dies durch moderne webbasierte Lernformate sowie praxisorientierte Trainings und Workshops, die in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft durchgeführt werden.

IgG4-TREAT - Systematic study of IgG4-autoimmune diseases to develop new treatment strategies. The IgG4-TREAT project aims to study autoimmune diseases caused by IgG4 autoantibodies

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In der Evangelischen Akademie Frankfurt und im Hybridformat werden wir aktuelle Erkenntnisse zu autoimmunen Enzephalitiden, paraneoplastischen Syndromen, MOG-Antikörper-assoziierten Erkrankungen (MOGAD), Neuromyelitis optica Spektrumserkrankungen (NMOSD) und myasthenen Syndromen vermitteln.

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Literatur

Translational imaging of TSPO reveals pronounced innate inflammation in human and murine CD8 T cell-mediated limbic encephalitis.

Gallus M, Roll W, Dik A, Barca C, Zinnhardt B, Hicking G, Mueller C, Naik VN, Anstötz M, Krämer J, Rolfes L, Wachsmuth L, Pitsch J, van Loo KMJ, Räuber S, Okada H, Wimberley C, Strippel C, Golombeck KS, Johnen A, Kovac S, Groß CC, Backhaus P, Seifert R, Lewerenz J, Surges R, Elger CE, Wiendl H, Ruck T, Becker AJ, Faber C, Jacobs AH, Bauer J, Meuth SG, Schäfers M, Melzer N. Translational imaging of TSPO reveals pronounced innate inflammation in human and murine CD8 T cell-mediated limbic encephalitis. Sci Adv. 2023 Jun 9;9(23):eabq7595. doi: 10.1126/sciadv. abq7595. Epub 2023 Jun 9. PMID: 37294768; PMCID: PMC10256169.

Crebrospinal fluid proteomics indicates immune dysregulation and neuronal dysfunction in antibody associated autoimmune encephalitis.

Räuber S, Schroeter CB, Strippel C, Nelke C, Ruland T, Dik A, Golombeck KS, Regner-Nelke L, Paunovic M, Esser D, Münch C, Rosenow F, van Duijn M, Henes A, Ruck T, Amit I, Leypoldt F, Titulaer MJ, Wiendl H, Meuth SG, Meyer Zu Hörste G, Melzer N. Cerebrospinal fluid proteomics indicates immune dysregulation and neuronal dysfunction in antibody associated autoimmune encephalitis. J Autoimmun. 2023 Feb;135:102985. doi: 10.1016/j.jaut.2022.102985. Epub 2023 Jan 6. PMID: 36621173.

Cross-reactivity of a pathogenic autoantibody to a tumor antigen in GABAA receptor encephalitis

Brändle SM, Cerina M, Weber S et al. PNAS March 2, 2021 118 (9) e1916337118.

Dieses Paper wurde vom Research4Rare Verbund zum Paper of the Month gewählt und erscheint im April dieses Jahres im BMBF Newsletter!

A Therapeutic Non-self-reactive
SARS-CoV-2 Antibody
Protects from Lung Pathology
in a COVID-19 Hamster Model

Kreye J, Momsen Reincke S, Kornau HC et al.
Cell. 2020 Nov 12;183(4):1058-1069.e19.

CD8+ T-Lymphocyte–Driven Limbic
Encephalitis Results in Temporal Lobe
Epilepsy

Pitsch J, van Loo KMJ, Gallus M et al.
Ann Neurol. 2021; 00:1-20.

Low CSF CD4/CD8+ T-cell proportions are associated with blood-CSF barrier dysfunction in limbic encephalitis.

Hansen N, Schwing K, Önder D, et al. Epilepsy Behav. 2020;102:106682.



Selbsthilfegruppe Autoimmunenzephalitis: