Diagnostik

Neben dem charakteristischen klinischen Verlauf finden sich fast immer Auffälligkeiten im Liquor, sodass der Lumbalpunktion ein wichtiger Stellenwert zukommt. Das Routine-MRT des Gehirns ist in mehr als der Hälfte der Fälle unauffällig und steht oft in auffallendem Gegensatz zum schweren Krankheitsbild der Patienten in der Akutphase. Aber es kommen auch hyperintense und leukenzephalopathische MRT-Veränderungen vor, insbesondere mesiotemporal, kortikal, meningeal und in den Basalganglien (Dalmau 2011Titulaer 2013). Im EEG finden sich in 90% der Fälle Auffälligkeiten, vor allem diffuse Verlangsamungen.

Der entscheidende Schritt in der Diagnosestellung der NMDAR-Enzephalitis ist allerdings der Nachweis der pathogenen spezifischen Antikörper. Die höchste Sensitivität haben derzeit Zell-basierte Testsysteme, bei denen Zelllinien so modifiziert werden, dass sie auf ihrer Oberfläche den NMDA-Rezeptor in seiner 3-dimensionalen Struktur exprimieren. Die Zellen werden dann mit Patientenserum oder -Liquor inkubiert, im positiven Fall kommt es zu einer spezifischen Antikörperbindung, die durch Fluoreszenzfarbstoffe sichtbar gemacht wird (Wandinger 2010, Dalmau 2008). Die Antikörperbestimmung sollte immer aus Serum und Liquor erfolgen, da in bis zu 15% der Patienten NMDAR-Antikörper nur im Liquor nachweisbar sein können (Titulaer 2013).

NMDA Rezeptor mit seinen beiden Untereinheiten (NR1 und NR2) sowie dem Antikörper an dem putativen Epitop um die Aminosäure G369 in der aminoterminalen Domäne (ATD). LBD=Liganden-Bindungs Domäne.

Immunfluoreszenztest  mit HEK293 Zellen transfiziert mit NR1/NR2b. Grün humanes IgG, Rot kommerzieller NMDA NR1 Antikörper. Merge=Darstellung der Überlappung.

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Literatur

Dalmau J, Graus F.
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