Antikörper gegen NMDA-Rezeptoren

Die spezifischen Auto-Antikörper, die zur Krankheit führen, sind Glutamat-Rezeptor-Antikörper vom Typ NMDA. Diese wurden entdeckt, nachdem man Serum oder Liquor der Patienten auf Gewebeschnitte von Ratten- oder Maushirn gegeben hatte. Hier zeigten sich spezifische Färbemuster der Nervenzellen, deren Verteilung der Expression von NMDA-Rezeptoren entsprach. In transfizierten humanen Zellen konnte dann gezeigt werden, dass die Antikörper hochspezifisch an diese Ionenkanäle binden. In weiteren Zellkulturexperimenten konnte gezeigt werden, dass die Antikörper zu einer Internalisierung der NMDA-Rezeptoren in die Nervenzelle führen, die Effekte können dabei reversibel sein (Dalmau 2008, Hughes 2010). Der Effekt konnte inzwischen auch durch Injektion von menschlichen NMDAR-Antikörpern in das Nagetier-Gehirn bestätigt werden (Manto 2010). Ein großer Teil der Antikörper wird wahrscheinlich im Gehirn gebildet und kann im Liquor nachgewiesen werden. Die einzelnen Beschwerden ergeben sich vor allem aus der anatomischen Lokalisation der betroffenen NMDA-Rezeptoren.

Hippocampale Primärkulturnervenzelle. In Grün Antikörper eines Patienten gegen NMDA Rezeptoren (Serum 1:200). Rot MAP2 ein Nervenzellmarker. Blau Zellkernfarbstoff DAPI.

Immunhostochemie eines Rattenhippocampus mit Patientenserum (1:200).